Donnerstag, 22. Dezember

 

 

"Zwischen den Jahren..."

 

Aus der Zeit gefallen?
 

Zwischen 2016 und 2017 gibt's doch kein 2016 1/2?

"Zwischen den Jahren"... - das allein hört sich ja schon mal ziemlich mysteriös an: Ein bisschen, wie zwischen der Zeit durchgerutscht...

 

Die Zeit zu erfassen, sie irgendwie messbar zu machen und ihre Abfolge berechnen zu können, scheint schon immer ein Bedürfnis der Menschen gewesen zu sein. In Wahrheit ist "Zeit" jedoch immer gegenwärtig. Sie kommt und geht ja nicht - sie ist einfach immer da. Aus unserer menschlichen Wahrnehmung heraus gibt es jedoch immer ein "FRÜHER", ein "JETZT" und ein "SPÄTER"...

Alle alten Kulturen beobachteten den Sternenhimmel,
die Bewegungen von Sonne und Mond, um die Zeit "in Griff" zu kriegen. Kalender wurden erstellt, die sich mal auf den Lauf der Sonne und dann wieder auf den des Mondes bezogen. Es gab viele verschiedene Modelle der Zeitrechnung, die sich aber früher oder später immer wieder als nicht richtig erwiesen haben und darum wieder neu berechnet oder korrigiert wurden...

Heute nutzen wir übrigens den im Jahr 1582 eingeführten gregorianischen Kalender, der sich auf den Lauf der Sonne bezieht.

 

Die Rauhnächte haben ihren Ursprung jedoch in einer viel älteren Zeitrechnung, die sowohl das Mond- als auch das Sonnenjahr berücksichtigte. Die 12 Mondmonate begannen und endeten jeweils mit dem Neumond. Ein Mondzyklus wurde dabei immer mit 29,53 Tagen berechnet. Das ist die exakte Zeit, die der Mond braucht, um die Erde einmal zu umrunden.

 

Ein Mondjahr bestand somit aus 354 Tagen - während ein Sonnenjahr 365 Tage zählte. Ein Sonnenjahr berechneten die Germanen von Wintersonnwende zu Wintersonnwende. So ergab sich zwischen Mond- und Sonnenjahr eine Differenz von genau 11 Tagen und 12 Nächten - den Rauhnächten.

 

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Diese Tage und Nächte lagen somit gewissermaßen "außerhalb der Zeit" - 
und gelten deshalb seit Urzeiten als magischer und mythischer Zeitraum, in dem die üblichen irdischen Gesetze keine Gültigkeit haben.

 

Es heißt, dass sich die Grenzen zur "Anderswelt" in diesem Zeitraum öffnen und den Menschen Einblicke, Erkenntnisse und Visionen gewähren, die zu normalen Zeiten nicht möglich sind.

 

Zeit für die Seele...

Während der Rauhnächte geht es jedoch natürlich nicht einfach nur darum, jeden Abend ein paar Kerzen anzuzünden und zu räuchern. Natürlich ist es schön und stimmungsvoll, solche Rituale zu pflegen und so ein bisschen Orakeln und Wahrsagerei macht natürlich auch Spaß (und birgt - wie wir wissen - gar nicht selten so manch wahren Impuls...) - doch das Wesentliche besteht darin, dass wir uns in dieser Zeit mit uns selbst beschäftigen, nach innen gehen, uns neu orientieren und so wieder mehr zu uns selbst finden können.

Was immer du erkennen willst, erkennst du nur in der Stille -

denn in den Momenten der Stille hörst du, wie deine Seele zu dir spricht...

Ich wünsche dir von Herzen einen entspannten Abend!